In dieser Rubrik finden Sie verschiedene Artikel, die in der Schweizer Presse erschienen sind.
125 Jahre Verband Schweizerische Philatelisten-Vereine
Am 26. Oktober 2015 feiert der Verband Schweizerischer Philatelisten-Vereine (VSPhV) seinen 125. Geburtstag. Ein Jubiläum ist stets eine Gelegenheit, um einerseits Rückschau zu halten sich andererseits mit der Zukunft zu befassen. Weshalb fällt der Geburtstag des Verbandes gerade auf den 26. Oktober?
Bereits Anfang der 1880er-Jahre bildeten sich in der Schweiz die ersten Sammlervereine. Bald wurde erkannt, dass man sich auf gesamtschweizerischer Ebene zu einem Verband zusammenschliessen sollte, um wichtige Angelegenheiten gemeinschaftlich zu beraten.
Im April 1889 erschien im «Schweizer Briefmarken Journal», dem offiziellen Organ der drei Vereine Philatelisten-Verein Luzern, Société Lausannoise de Timbrologie und Philatelisten-Club St. Gallen ein Aufruf zur Gründung eines Verbandes zum Zweck eines «Schutz- und Trutzbündnisses». So sollten die Interessen gewahrt und wichtige Angelegenheiten gemeinschaftlich beraten werden. Leider war diese Initiative noch nicht von Erfolg gekrönt.
Erst der Philatelisten-Verein Bern machte 1890 den entscheidenden Schritt und lud am 26. Oktober 1890 die neun damals bestehenden Briefmarkenvereine zur ersten Delegiertenversammlung in Bern ein. An dieser wurde der heutige VSPhV gegründet. In den ersten 50 Jahren des Verbandes waren vielfach gut betuchte Herren die führenden Köpfe der Schweizer Philatelie.
Nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich die gesellschaftlichen Formen gewandelt, und viele kleine Sammlerinnen und Sammler traten den Vereinen bei. Mit dem Spekulationsboom der 1960er-Jahre erreichten die Mitgliederzahlen in den Vereinen mit über 20 000 Mitgliedern ihren Höhepunkt. Seither ging die Zahl der organisierten Sammler stetig zurück. Nachdem sie bis Ende der 1980er-Jahre stabil geblieben war, ist der Mitgliederschwund in den vergangenen Jahren zur grössten Herausforderung der Verbandsspitze geworden.
Nach der Sondermarke zum 100-Jahr-Jubiläum 1990 beehrt die Schweizerische Post unseren Verband dieses Jahr zum zweiten Mal mit einer solchen Marke. Dafür sind wir sehr dankbar. Hoffen wir, dass diese Sondermarke dem Hobby Briefmarkensammeln wieder zu mehr Popularität verhilft! Allen Entwicklungen zum Trotz werden die Philatelisten nicht aussterben, und das Sammeln von Briefmarken wird auch in Zukunft ein äusserst beliebtes Hobby sein.
Hans SchwarzGanz besondere „Entwertungen“!
Zwei Mitglieder haben uns diese Bilder zur Verfügung gestellt. Wer hat ähnliche hässliche Entwertungen?
Senden Sie bitte Ihre Bilder an: vsphv@citycable.ch
Ist da alles wirklisch falsch?
Unter diesem Titel (auf Französisch : Tout est faux, vraiment ?) ist ein interessanter Artikel von Herrn Pierre Guinand (Mitglied der CPhH) in der SBZ 12/2013, Seiten 550-551, erschienen.
Wir empfehlen Ihnen, diesen Artikel zu lesen, denn er kommentiert einen guten Beispiel einer gefälschten Postkarte, die von einem berühmten deutschen Auktionshaus kürzlich angeboten wurde. Dank der Referenz-Dokumenten die Herr Guinand zur Verfügung hat (u.a. die Archiven der Firma Güller und andere gefälschten Schweizer-Briefen), konnte er rasch und leicht beweisen, dass die Abgangs- und Ankunftsstempel falsch sind, und dass die Karte gar nicht echt gelaufen sei, obwohl die Postkarte wirklich als « echt » aussieht ! Diese Fäschung wurde selbstverständlich der Auktionsfirma mitgeteilt. Zu erwähnen sein noch, dass eine zweite solche Postkarte verkauft wurde. Diesesmal wurde sie auf eBay angeboten (erzielter Verkaufspreis : 873 US dollars).
Ist nun wirklich alles falsch auf dieser Postkarte ? « Nein », antwortet ironisch Herr Guinand, „die Tell-Knaben-Marke ist 100% echt !“.
(Text : Jean-Louis Emmenegger, AIJP)
Der Stempel von Härkingen: Achtung Fälschungen!
Kommunikation von Herrn Pierre Guinand, CPh – August/September 2013.
Seit einigen Monaten bietet ein grosses Auktionshaus in Deutschland in seinen imposanten Katalogen eine grosse Auswahl an Schweizer Gedenkenblocks an. Einige davon tragen einen Stempel von HÄRKINGEN, einen Ortsstempel mit drei Sternen und ohne Zeitangabe. Es handelt sich dabei um die Nummer 28753, welche von Güller am 14. November 1949 hergestellt wurde. Dieser Stempel wurde bis zur Einführung der Postleitzahlen eingesetzt.
Nun aber ist die Gültigkeit dieser Blocks vor der Herstellung dieses Stempels abgelaufen. Es ist also völlig unmöglich, dass diese Blocks an den Daten abgestempelt wurden, welche die Stempel zeigen.
Drei Briefe an das Auktionshaus, diese Lose aus den Katalogen zu entfernen, blieben unbeantwortet. Es ist auch nicht bekannt, wie viele dieser Blocks verkauft wurden. Und wie vorauszusehen war, ist einer dieser Blocks kürzlich im Angebot eines Händlers in der Schweiz aufgetaucht.
Bloc W I / 98I+99I (Pro Juventute 1941):
-1.XII.41 (Ausgabetag), mindestens 7 Stücke, davon ein auf einem Blankobrief, alle 90 €
Bloc W II / 19 (Pro Patria 1942):
17.IX.42, mindesten 3 Stücke und
15.XI.42, mindestens 3 Stück, alle 60 €
Bloc W III / 8 (Pro Patria 1936):
-1.V.37, 1 Stück zu 50 €
Wir empfehlen allfälligen Käufer solcher Blocks, diese umgehend dem Verkäufer zurückzugeben und das Geld zurückzuverlangen.
Fälschungen auf Delcampe, Ricardo und eBay
Einkäufe von philatelistischen Gegenständen im Internet
Über 50% unserer Mitglieder haben berichtet, Briefmarken oder Briefstücke im Internet zu kaufen. Viele haben – mittels der mit der SBZ 5/6 2013 gesandten Fragebogen – den Wunsch geäussert, dass der Verband direkt auf den spezifischen Webseiten eingreife, um diese Website unter Druck zu setzen. Somit könnte man gegen den Verkauf von Fälschungen oder Zertifikate die vom Verkäufer selber erstellt wurden, besser kämpfen.
Wir haben folgende Vereinbarungen und Verfahren mit den einzelnen kommerziellen Webfirmen verhandeln können:
Delcampe
Jeder Verkäufer verpflichtet sich, bei seiner Anmeldung auf der Homepage, die Bedingungen der « Charte Delcampe » zu akzeptieren. Es ist klar erwähnt, dass der Verkauf von Fälschungen oder anderweitig verdächtigen Gegenständen, ausdrücklich verboten ist. Die Sicherheitsabteilung von Delcampe entfernt solche Angebote sobald diese erkannt werden. Jeder Käufer kann verdächtige Auktionsartikel melden indem er den sich auf jeder Verkaufsseite unter « Auktionen » befindlichen Link « diesen Artikel melden » benützt.
Gleichzeitig haben Mitglieder, welche als „Moderatoren“ und damit als Kenner ihres Sammelgebietes registriert sind, die Möglichkeit, Verkäufer welche gegen die Charte verstossen vom Verkauf auszuschliessen.
Delcampe hat ebenfalls die Möglichkeit, die Konten derjenigen Personen zu schliessen, deren Verhalten die Ethik der Website und der Charte widerspricht.
Ricardo
Als Kenner unseres Gebietes wird der VSPhV bald über eine direkte Adresse verfügen, unter welcher die von unseren Mitgliedern entdeckten Fälschungen direkt gemeldet werden können. Die betroffenen Anzeigen können somit innerhalb kürzester Zeit entfernt werden. Dieses System hat sich schon früher bewährt : die Fälschungen werden somit schnell entdeckt und die Sicherheit auf Ricardo wird erhöht.
eBay
Die Firma eBay denkt, dass die Funktionen für alle Anwender auf ihrer Website genügen um Fälschungen zu bekämpfen. Die Beschwerde muss also direkt auf der Website von eBay eingetippt werden, mittels dem angegebenen Informatikverfahren, das allen eBay-Anbietern zur Verfügung steht. Jeder muss also die „allgemeinen Bedingungen“ von eBay gründlich durchlesen und wenn nötig die zur Verfügung gestellten Mittel brauchen.






